ELEMENT HOLZ · BLUT-BEWEGUNG & DURCHLÄSSIGKEIT

Cythula 12 - Der Blut-Beweger aus dem Wald der Medizin

Shen Tong Zhu Yu Tang – die „Abkochung, die Blut-Stase vertreibt und Körperschmerzen beseitigt" – stammt von Wang Qingren, einem der mutigsten Ärzte der Qing-Dynastie. Seine Formel verbindet 10 Pflanzenextrakte zu einem System, das nach TCM-Verständnis stockendes Blut in Bewegung bringt: Wo Stagnation war, soll wieder freier Fluss herrschen.

Lesezeit ca. 15 Min. Mit Studienreferenzen Redaktionell geprüft

Grundverständnis

Einführung und Geschichte

Wang Qingren (1768–1831) war ein Arzt, der nicht einfach nur verschrieb – er widersprach. Sein Werk „Yi Lin Gai Cuo" (Korrektur der Fehler im Walde der Medizin), veröffentlicht 1830, ist schon im Titel eine Provokation: Es behauptet, dass Generationen von Ärzten vor ihm grundlegende Fehler gemacht haben. Und tatsächlich: Wang Qingren gilt als einer der wichtigsten Reformer der chinesischen Medizin in der späten Qing-Dynastie.

Was ihn von seinen Zeitgenossen unterschied: Er bestand auf anatomischer Beobachtung. Maciocia hebt hervor, dass Wang Qingren als einer der wenigen Ärzte der chinesischen Medizingeschichte die Funktionen des Gehirns betonte – er sagte ausdrücklich: „Intelligenz und Erinnerung liegen nicht im Herzen, sondern im Gehirn." Ein Satz, der innerhalb der TCM-Tradition revolutionär war.

Doch Wang Qingrens größtes Vermächtnis liegt nicht in der Anatomie, sondern in seiner systematischen Erforschung der Blut-Stase (Yu Xue). Er entwickelte eine ganze Familie von Formeln – die „Zhu Yu Tang"-Serie – die jeweils eine andere Körperregion adressierten: Blut-Stase im Brustbereich, im Unterbauch, unter dem Zwerchfell und eben im gesamten Körper, besonders im Bewegungsapparat. Shen Tong Zhu Yu Tang ist die letztgenannte: eine Formel, die stockendes Blut in Muskeln, Sehnen, Gelenken und Kanälen des ganzen Körpers mobilisieren soll.

Der Name im Detail

Shen (身) = Körper, Tong (痛) = Schmerz, Zhu (逐) = Vertreiben/Jagen, Yu (瘀) = Stase/Stauung, Tang (汤) = Abkochung. Die wörtliche Bedeutung – „Abkochung, die Blut-Stase vertreibt und Körperschmerzen beseitigt" – beschreibt zugleich das Therapieprinzip: Der Schmerz wird nicht betäubt, sondern seine Ursache – die Stagnation – wird aufgelöst. Das ist typisch für Wang Qingrens Denkweise: Er behandelt die Wurzel, nicht das Symptom.

Der Produktname „Cythula 12" verweist auf die Cyathula-Wurzel (eines der Leitkräuter) und die 12 Bestandteile der klassischen Originalformel. In der Ethno-Health-Adaption wurden zwei tierische Bestandteile des Originals – Wu Ling Zhi (Flughörnchen-Exkrement) und Di Long (Regenwurm) – nicht übernommen. Die pflanzliche Grundstruktur mit 10 Extrakten bleibt erhalten, und das Grundprinzip der Formel – Blut bewegen, Wind-Feuchtigkeit austreiben, Schmerz durch Wiederherstellung des freien Flusses beseitigen – ist vollständig abgebildet.

TCM-Wirkprinzip

Das Wirkprinzip von Cythula 12 nach TCM

Zuordnung zum Element Holz

Cythula 12 ist dem Element Holz zugeordnet – und damit dem Organfunktionskreis der Leber, die in der TCM als zentrales Organ für den freien Fluss von Qi und Blut gilt. Die Leber speichert das Blut, reguliert sein Volumen und sorgt dafür, dass es ungehindert durch die Gefäße und Kollateralen zirkuliert. Wenn dieser freie Fluss gestört wird – durch Qi-Stagnation, Kälte, Hitze oder Trauma – entsteht nach TCM-Verständnis Blut-Stase: Das Blut „bleibt stehen", gerinnt und blockiert.

Die Konsequenz ist nach TCM eindeutig: Wo kein Fluss, da Schmerz. Maciocia beschreibt Blut-Stase als pathologischen Zustand, der „typisch stechende, fixierte und bohrende Schmerzen" verursacht und sich durch „dunkle Farbe" äußert – dunkler Teint, violette Lippen, dunkles Menstrualblut mit Klumpen, violette Zunge. „Während Qi-Stagnation Dehnung verursacht, verursacht Blut-Stase Schmerz."

Das Muster: Blut-Stase im Bewegungsapparat mit Wind-Feuchtigkeit

Shen Tong Zhu Yu Tang adressiert nach traditionellem Verständnis ein kombiniertes Muster: Blut-Stase in den Kanälen und Kollateralen des Bewegungsapparats, häufig verbunden mit eingedrungenem Wind und Feuchtigkeit (Feng Shi Bi Zheng – schmerzhafte Obstruktion). Maciocia erklärt den Zusammenhang: „Physische Traumata verursachen lokale Stagnation von Qi oder Blut. Ein leichtes Trauma verursacht Qi-Stagnation, ein schweres Blut-Stase. In beiden Fällen entstehen Schmerz, Blutergüsse und Schwellung." Er betont auch, dass die Auswirkungen von Traumata „lange anhalten können und sich als lokale Stagnation von Qi und/oder Blut in der betroffenen Region manifestieren."

Die Formel verfolgt daher einen dreigleisigen Ansatz: Erstens das stockende Blut aktiv mobilisieren und die Stase auflösen (Huo Xue Qu Yu). Zweitens die eingedrungene Wind-Feuchtigkeit aus Muskeln, Sehnen und Gelenken austreiben (Qu Feng Chu Shi). Drittens die Qi-Zirkulation aktivieren, um die Blut-Bewegung zu unterstützen – denn in der TCM gilt der Grundsatz: „Qi ist der Kommandeur des Blutes" (Qi Wei Xue Zhi Shuai).

Jun-Chen-Zuo-Shi: Die Hierarchie der Rezeptur

Jede klassische TCM-Rezeptur folgt einer strengen inneren Ordnung – dem Jun-Chen-Zuo-Shi-Prinzip, vergleichbar mit einer Regierung mit klar verteilten Rollen:

Jun (Kaiser): Die Chinesische Engelwurz (Dang Gui) ist die Herrscherin der Rezeptur. Mit 1.260 mg – der mit Abstand höchsten Einzeldosis – nährt und bewegt sie das Blut gleichzeitig. Die Materia Medica beschreibt eine dreifache Blut-Wirkung: nähren, beleben und befeuchten. In einer Blut-Stase-Formel ist diese Doppelfunktion entscheidend: Stagniertes Blut muss bewegt werden, aber gleichzeitig braucht der Körper frisches Blut, um die entstandenen Lücken zu füllen.

Chen (Minister): Fünf Kräuter auf zwei Dosierstufen ergänzen den Kaiser. Wilde Safranblüte (Hong Hua, 540 mg) und Pfirsichkern (Tao Ren, 540 mg) bilden das klassische „Blut-Stase-Paar" der chinesischen Medizin: Hong Hua belebt das Blut, Tao Ren bricht Stase auf. Cyathula (Chuan Niu Xi, 540 mg) öffnet Gefäße und Kollateralen und bewegt Gelenke. Szechuan-Liebstöckel (Chuan Xiong, 360 mg) bewegt sowohl Qi als auch Blut – die Materia Medica beschreibt es als Kraut, das „in das Blut eintritt und dennoch Wind aller Art beseitigt und Qi aller Art reguliert." Myrrhe (Mo Yao, 360 mg) bricht Blut-Stase auf und stillt Schmerz. Süßholz (Gan Cao, 360 mg) harmonisiert die Formel und schützt die Mitte vor den starken Blut-bewegenden Kräutern.

Zuo (Berater): Gebirgsangelika (Qiang Huo, 180 mg) und Großblättriger Enzian (Qin Jiao, 180 mg) haben die spezifische Aufgabe, Wind-Feuchtigkeit aus dem Bewegungsapparat auszutreiben. Die Materia Medica beschreibt Qiang Huos „klares, starkes Aroma" mit einer „kraftvollen zerstreuenden Qualität" für den Oberkörper. Qin Jiao ist „leicht kalt" – und damit besonders geeignet für heiße schmerzhafte Obstruktion, wo die meisten Wind-Feuchtigkeit-Kräuter zu warm wären. Zusammen bilden sie ein komplementäres Paar: Qiang Huo für Kälte-Wind im Oberkörper, Qin Jiao für Hitze-Wind in den Extremitäten.

Shi (Botschafter): Knolliges Zypergras (Xiang Fu, 180 mg) hat die spezifische Aufgabe, das Leber-Qi in Bewegung zu bringen – denn Qi ist der Kommandeur des Blutes. Die Vergleichsnotiz in der Materia Medica ist aufschlussreich: „Xiang Fu, ein Qi-Kraut, ist fest und schwer und reicht daher hinab zur Blut-Ebene. Chuan Xiong, ein Blut-Kraut, ist leicht und aromatisch und reicht daher hinauf zur Qi-Ebene." Zusammen bilden sie den „Brückenbauer" der Rezeptur zwischen Qi- und Blut-Ebene.

Zusammensetzung

Inhaltsstoffe im Detail

Cythula 12 enthält zehn Pflanzenextrakte auf drei Dosierebenen. Die Rezeptur zeigt eine besonders steile Dosishierarchie: Der Kaiser (Dang Gui) ist mit 1.260 mg mehr als doppelt so hoch dosiert wie die Minister und siebenmal so hoch wie die Boten – ein Zeichen für Wang Qingrens klare Prioritätensetzung.

Jun · Kaiser

Chinesische Engelwurzel

Angelica sinensis · Dang Gui · Extrakt 10:1

1.260 mg pro Tagesdosis · Süß, scharf, warm · Herz, Leber, Milz

Dang Gui – die „Königin der Blutkräuter" – steht mit der mit Abstand höchsten Einzeldosis an der Spitze der Rezeptur. Ihre besondere Stärke: Sie nährt und bewegt das Blut gleichzeitig. Die Materia Medica (Shennong Bencaojing) beschreibt eine dreifache Blut-Wirkung: „Nährt das Blut und reguliert die Menstruation; belebt und harmonisiert das Blut und zerstreut Kälte; befeuchtet den Darm." In einer Blut-Stase-Formel ist diese Doppelfunktion entscheidend: Stagniertes Blut muss bewegt werden, aber gleichzeitig braucht der Körper frisches Blut, um die entstandenen Lücken zu füllen. Die Materia Medica vermerkt ausdrücklich die Kombination Dang Gui + Tao Ren + Hong Hua für „Schmerzen, Schwellung und andere Symptome im Zusammenhang mit Blut-Stase." Enthält u. a. Ligustilid, Ferulasäure, Angelicasäure und Polysaccharide.

Chen · Minister

Wilde Safranblüte

Carthamus tinctorius · Hong Hua · Extrakt 4:1

540 mg pro Tagesdosis · Scharf, warm · Herz, Leber

Hong Hua – die Färberdistel, im Ethno-Health-Katalog als „Hauch von Luxus" beschrieben, weil Safran als teuerstes Gewürz der Welt gilt. In der TCM ist sie eines der wichtigsten Kräuter zur Belebung des Blutes. Die Materia Medica (Tang Materia Medica) beschreibt: „Belebt das Blut, zerstreut Stase und öffnet die Menstruation" – für eine breite Palette von Blut-Stase-Problemen. In Kombination mit Chuan Xiong behandelt sie nach der Materia Medica „Schmerzen in Brust und Bauch durch Blut-Stase und stagnierendes Qi." Bemerkenswert ist das Extraktverhältnis: Als einziger Bestandteil liegt Hong Hua im 4:1-Verhältnis vor (statt 10:1), was auf die besondere Natur der Blütenextraktion hindeutet. Enthält u. a. Carthamin, Hydroxysafflor Yellow A, Kaempferol und Flavonoide.

Chen · Minister

Pfirsichkern

Prunus persica · Tao Ren · Extrakt 10:1

540 mg pro Tagesdosis · Bitter, süß, neutral · Herz, Leber, Lunge, Dickdarm

Tao Ren – der Pfirsichkern – ist der „Stase-Brecher" der chinesischen Medizin. Die Materia Medica (Shennong Bencaojing) beschreibt seine Hauptwirkung als „bricht Blut-Stase auf" und setzt ihn bei „stagniertem Blut, Amenorrhoe, beweglichen und fixierten Abdominalmassen" ein. Der Kommentar in Bensky ist besonders aufschlussreich: „Bitter, und daher ableitend, schwer im Gewicht, und daher sinkend und abwärts-leitend, und feucht in der Textur" – eine Beschreibung, die erklärt, warum Tao Ren so effektiv gegen festsitzende Stase wirkt. Als Fruchtkern hat es zudem eine „lebens-erzeugende Kraft" – die Fähigkeit, nach dem Austreiben des alten, stagnierenden Blutes die Bildung neuen Blutes zu unterstützen. Enthält u. a. Amygdalin, Prunasin, fettes Öl, Oleinsäure und Linolsäure.

Chen · Minister

Cyathula-Wurzel

Cyathula officinalis · Chuan Niu Xi · Extrakt 10:1

540 mg pro Tagesdosis · Süß, bitter, neutral · Leber, Niere

Chuan Niu Xi – das „Sichuan-Ochsenknie" – wird in der Materia Medica bewusst vom gewöhnlichen Achyranthes (Huai Niu Xi) unterschieden. Die „Rectification of the Meaning of Materia Medica" macht den Unterschied deutlich: Huai Niu Xi ist „fest, gerade" und wirkt primär abwärts. Chuan Niu Xi hingegen hat „leere Zwischenräume in seiner Substanz, was zeigt, dass seine Kraft sich nach außen und oben ausbreitet" – es öffnet Gefäße und Kollateralen und bewegt Gelenke. Genau diese Eigenschaft macht es zum namensgebenden Kraut der Rezeptur: Für eine Formel des Bewegungsapparats ist die nach außen und in alle Richtungen strömende Kraft von Chuan Niu Xi wertvoller als die rein abwärts gerichtete Wirkung von Huai Niu Xi. Die Materia Medica beschreibt: „Belebt das Blut und öffnet die Menstruation; vertreibt Wind und leitet Feuchtigkeit aus." Enthält u. a. Cyasterone, Ecdysteron und Polysaccharide.

Chen · Minister

Szechuan-Liebstöckel

Ligusticum chuanxiong · Chuan Xiong · Extrakt 10:1

360 mg pro Tagesdosis · Scharf, warm · Leber, Gallenblase, Perikard

Chuan Xiong – das „Kraut aus Sichuan" – besitzt eine in der Materia Medica seltene Doppelwirkung: Es bewegt sowohl Qi als auch Blut. „Seeking Accuracy in the Materia Medica" erklärt: „Wenn das Qi vom Blut eingeschlossen ist, sollte die Qi-Bewegung gefördert werden, um das Blut zu zerstreuen. Wenn das Blut vom Qi eingeschlossen ist, sollte das Blut belebt werden, um das Qi zu öffnen. Die Qi-Bewegung zu fördern erfordert Chuanxiong." In Kombination mit Xiang Fu bildet es ein komplementäres Paar: Xiang Fu (ein Qi-Kraut) reicht zur Blut-Ebene hinab, Chuan Xiong (ein Blut-Kraut) reicht zur Qi-Ebene hinauf. Zusammen decken sie die gesamte Bandbreite ab. Enthält u. a. Ligustilid, Tetramethylpyrazin (Chuanxiongzin), Ferulasäure und ätherisches Öl.

Chen · Minister

Süßholzwurzel

Glycyrrhiza uralensis · Gan Cao · Extrakt 10:1

360 mg pro Tagesdosis · Süß, neutral · Alle 12 Kanäle

Gan Cao – das Süßholz – ist das am häufigsten verwendete Kraut der gesamten chinesischen Materia Medica. In Shen Tong Zhu Yu Tang erfüllt es seine klassische Doppelrolle: Es harmonisiert die Rezeptur, gleicht die teils scharfen und bitteren Kräuter der Blut-bewegenden Gruppe aus und schützt die Mitte. In einer Formel mit starken Blut-Stase-Brechern wie Tao Ren, Mo Yao und Hong Hua ist dieser Schutz besonders wichtig, da diese Kräuter „den Magen belasten können." Enthält u. a. Glycyrrhizin, Liquiritin, Isoliquiritin und Flavonoide.

Chen · Minister

Myrrhe

Commiphora myrrha · Mo Yao · Extrakt 10:1

360 mg pro Tagesdosis · Bitter, neutral · Herz, Leber, Milz

Mo Yao – das Harz des Myrrhebaums – ist eines der ältesten Schmerzmittel der Welt, bereits in der Materia Medica der Heileigenschaften (Yao Xing Ben Cao) verzeichnet. Die „Grand Materia Medica" fasst zusammen: „Zerstreut Blut, reduziert Schwellung, stillt Schmerz und erzeugt neues Gewebe." Der Schmerzstillungsmechanismus folgt dem TCM-Grundsatz „Tong Ze Bu Tong" (wo Durchfluss, da kein Schmerz): Myrrhe stillt Schmerz, indem sie die Obstruktion im Blutfluss beseitigt. In Bensky wird die Unterscheidung zu Weihrauch (Ru Xiang) betont: „Weihrauch belebt das Blut stärker, Myrrhe bricht Blut-Stase stärker auf." Beide sind „Qi-innerhalb-Blut"-Kräuter. Enthält u. a. Commiphorinsäure, ätherisches Öl (Myrcen, Eugenol), Harz und Gummi.

Zuo · Berater

Gebirgsangelikawurzel

Notopterygium incisum · Qiang Huo · Extrakt 10:1

180 mg pro Tagesdosis · Scharf, bitter, aromatisch, warm · Blase, Niere

Qiang Huo – die Gebirgsangelika – besitzt nach der Materia Medica ein „klares, starkes Aroma" mit einer „kraftvollen zerstreuenden Qualität, die Wind, Kälte oder feuchte Pathogene im Äußeren stark anheben und ausleiten kann." Die „Essentials of the Materia Medica" heben hervor, dass Qiang Huo besonders für den Tai-Yang-Kanal (Blase) und das Lenkergefäß (Du Mai) zuständig ist – die beiden Kanäle, die den Rücken und die Nackenregion versorgen. In Shen Tong Zhu Yu Tang vertreibt es Wind-Kälte-Feuchtigkeit besonders im Oberkörper: Nacken, Schultern, oberer Rücken. Enthält u. a. Notopterol, Isoimperatorin, Osthole und ätherisches Öl.

Zuo · Berater

Großblättriger Enzian

Gentiana macrophylla · Qin Jiao · Extrakt 10:1

180 mg pro Tagesdosis · Bitter, scharf, leicht kalt · Magen, Leber, Gallenblase

Qin Jiao – der Große Enzian – hat unter den Wind-Feuchtigkeit-Kräutern eine Sonderstellung: Er ist „leicht kalt", während die meisten anderen warm sind. Die Materia Medica (Shennong Bencaojing) beschreibt: „Vertreibt Wind-Feuchtigkeit und beruhigt Sehnen und Kollateralen" – sowohl für akute als auch chronische, kalte oder heiße Störungen. Für Wang Qingrens Formel ist diese Temperatur-Neutralität wertvoll: Blut-Stase erzeugt nach TCM-Verständnis oft lokale Hitze, und ein rein warmes Kraut könnte diese verschärfen. Qin Jiao bildet zusammen mit Qiang Huo ein Paar: Qiang Huo für Wind-Kälte im Oberkörper, Qin Jiao für Wind-Hitze und Wind-Feuchtigkeit in den Extremitäten. Enthält u. a. Gentiopicrosid, Swertiamarin und Gentianin.

Shi · Bote

Knolliges Zypergras

Cyperus rotundus · Xiang Fu · Extrakt 10:1

180 mg pro Tagesdosis · Scharf, leicht bitter, leicht süß, neutral · Leber, Dreifacher Erwärmer, Gallenblase

Xiang Fu – das Nussgras – ist in der TCM als „Kommandeur der Qi-Regulierung" bekannt. Die Materia Medica (Miscellaneous Records of Famous Physicians) beschreibt: „Verbreitet und reguliert das Leber-Qi" und betont seine „neutrale Qualität zusammen mit seiner Fähigkeit zu zerstreuen und harmonisieren." In Shen Tong Zhu Yu Tang hat Xiang Fu eine Schlüsselrolle als Qi-Beweger: Denn in der TCM gilt „Qi ist der Kommandeur des Blutes" – wenn das Qi frei fließt, folgt das Blut. Xiang Fu bewegt das Qi auf der Leber-Ebene und erreicht nach der Materia Medica alle zwölf Kanäle. Die Vergleichsnotiz in Bensky ist erhellend: Xiang Fu „reicht hinab zur Blut-Ebene", Chuan Xiong „reicht hinauf zur Qi-Ebene" – zusammen ein perfektes komplementäres Paar. Enthält u. a. α-Cyperon, Rotundon, β-Selinen und ätherisches Öl.

Forschung

Wissenschaftliche Perspektive

Für viele der Einzelbestandteile von Cythula 12 liegen wissenschaftliche Untersuchungen vor – meist zu isolierten Inhaltsstoffen oder Einzelpflanzen. Diese Studien bilden eine interessante Brücke zwischen traditionellem Wissen und moderner Forschung, auch wenn sie nicht direkt auf die Gesamtrezeptur übertragbar sind.

Cyathula officinalis

Die namensgebende Cyathula-Wurzel (Chuan Niu Xi) wurde von Cao et al. (2017) auf ihre Wirkungen bei akuter Blut-Stase im Tiermodell untersucht. Mittels HPLC-QTOF/MS/MS identifizierten die Forscher die aktiven Fraktionen und deren Bestandteile. Die Studie liefert erste Hinweise auf Mechanismen, über die der Extrakt mit der Blutgerinnung und Mikrozirkulation interagieren könnte.

Die Materia Medica von Bensky, Clavey und Stöger verzeichnet unter dem Abschnitt „Pharmacological Research" weitere Hinweise auf die enthaltenen Ecdysteroide (Cyasteron) und Polysaccharide als pharmakologisch relevante Inhaltsstoffgruppen.

Carthamus tinctorius und Angelica sinensis

Die Wilde Safranblüte (Hong Hua) gehört zu den am intensivsten erforschten Blut-bewegenden Kräutern der TCM. Delshad et al. (2018) publizierten ein umfassendes Review, das sowohl traditionelle Anwendungsgebiete als auch moderne Forschungsansätze abdeckt. Der Hauptwirkstoff Hydroxysafflor Yellow A wurde dabei als pharmakologisch besonders relevante Substanz identifiziert. Für die Chinesische Engelwurz (Dang Gui) untersuchten Li et al. (2020) entzündungshemmende und blutbildende Eigenschaften der Polysaccharide – ein Schwerpunkt, der sich mit der TCM-Zuordnung von Dang Gui als „Königin der Blutkräuter" deckt.

Weitere Inhaltsstoffe

Auch für die übrigen Bestandteile gibt es wissenschaftliche Literatur: Myrrhe (Commiphora myrrha) wurde von Weber et al. (2020) auf entzündungshemmende und barrierestabilisierende Eigenschaften untersucht. Für das Knollige Zypergras (Cyperus rotundus) publizierten Kamala et al. (2018) ein Review zu traditionellen und modernen Aspekten. Der Großblättrige Enzian (Gentiana macrophylla) wurde u. a. von Yang et al. (2017) auf schützende Wirkungen des Inhaltsstoffs Gentiopicrosid hin untersucht.

Wichtiger Hinweis zur Einordnung: Die genannten Studien beziehen sich auf Einzelbestandteile oder isolierte Inhaltsstoffe. Ergebnisse aus In-vitro-Untersuchungen (im Reagenzglas) oder Tiermodellen lassen sich nicht direkt auf die Wirkung der Gesamtrezeptur beim Menschen übertragen. TCM-Rezepturen beruhen auf dem Zusammenspiel aller Bestandteile, das durch Einzelstoffstudien nicht vollständig abgebildet wird.

Ausgewählte Referenzen

Cao et al. (2017): Therapeutic Effects of Cyathula officinalis Kuan and Its Active Fraction on Acute Blood Stasis Rat Model and Identification Constituents by HPLC-QTOF/MS/MS. PubMed: 29200735

Delshad et al. (2018): Medical uses of Carthamus tinctorius L. (Safflower): a comprehensive review from Traditional Medicine to Modern Medicine. PubMed: 29881530

Li et al. (2020): Polysaccharide from Angelica Sinensis Suppresses Inflammation and Reverses Anemia in Complete Freund's Adjuvant-induced Rats. PubMed: 32337688

Weber et al. (2020): Anti-Inflammatory and Barrier-Stabilising Effects of Myrrh, Coffee Charcoal and Chamomile Flower Extract in a Co-Culture Cell Model of the Intestinal Mucosa. PubMed: 32664498

Kamala et al. (2018): Plants in traditional medicine with special reference to Cyperus rotundus L.: a review. PubMed: 30002998

Yang et al. (2017): Protective effect of gentiopicroside from Gentiana macrophylla Pall. in ethanol-induced gastric mucosal injury in mice. PubMed: 29226586

Qualität & Anwendung

Qualität und Anwendung

Die Ethno Health Variante

Die Ethno Health Variante von Cythula 12 folgt der klassischen Zusammensetzung der Shen Tong Zhu Yu Tang, ergänzt um die Ethno-Health-eigene Anpassung der Extraktverhältnisse. Die klassische Originalformel umfasst 12 Bestandteile; in der modernen Adaption wurden zwei tierische Bestandteile (Wu Ling Zhi und Di Long) nicht übernommen. Die pflanzliche Grundstruktur mit 10 Extrakten bleibt erhalten. Die Tagesdosis beträgt 4,5 g Pulver, eingerührt in 150 ml heißes Wasser. Der Aufguss wird in kleinen Schlucken getrunken.

Qualitätsstandards

Zertifizierte Lieferanten: Alle Pflanzenextrakte werden von geprüften, zertifizierten Lieferanten bezogen und entsprechen europäischen Qualitätsstandards.

Definierte Extraktverhältnisse: Für jeden Bestandteil ist das Extraktverhältnis angegeben. 9 Bestandteile liegen im 10:1-Verhältnis vor, Hong Hua (Wilde Safranblüte) als einziger im 4:1-Verhältnis – ein Hinweis auf die besondere Natur der Blütenextraktion, die andere Extraktionsbedingungen erfordert. Das bedeutet: Aus 10 bzw. 4 Teilen Rohmaterial wird 1 Teil konzentrierter Extrakt gewonnen.

Vegan, laktose- und glutenfrei: Die Rezeptur enthält ausschließlich pflanzliche Bestandteile und ist frei von den häufigsten Allergenen.

Bewusste Rohstoffwahl: Für die Rezeptur wird gezielt Cyathula (Chuan Niu Xi) statt des häufigeren Achyranthes (Huai Niu Xi) eingesetzt. Die Materia Medica betont die unterschiedlichen Wirkrichtungen: Cyathula öffnet nach außen, Achyranthes leitet nach unten – für eine Rezeptur des Bewegungsapparats ist Cyathula die passendere Wahl.

Allgemeine Einnahmehinweise

Die Einnahme erfolgt als täglicher Aufguss: 4,5 g Pulver in 150 ml heißes (nicht kochendes) Wasser einrühren und in kleinen Schlucken trinken. Der Katalog beschreibt den Aufguss als „sehr würzig" – bedingt durch die aromatischen Kräuter Chuan Xiong und Qiang Huo sowie die ätherischen Harze der Myrrhe. Die Zubereitung als warmes Getränk folgt der Tradition des Teeaufgusses und unterstützt nach TCM-Verständnis die Blut-bewegende Wirkung der Rezeptur.

Cythula 12 lässt sich gut mit dem Inflam-Komplex oder Gelenkkraft von Ethno Health kombinieren, um verschiedene Aspekte der Beweglichkeit zu unterstützen.

Orientierung

Orientierung: Für wen ist Cythula 12 gedacht?

In der TCM-Tradition wird Shen Tong Zhu Yu Tang für Menschen empfohlen, deren Blut in den Kanälen und Kollateralen des Bewegungsapparats „stockt" – also nicht mehr frei zirkuliert. Die traditionellen Anwendungsgebiete lassen sich am besten in der Sprache der Fünf-Elemente-Lehre beschreiben:

Menschen, die sich von Cythula 12 angesprochen fühlen, beschreiben oft lokale, fixierte Beschwerden im Bewegungsapparat, die sich durch Ruhe nicht bessern oder sogar verschlechtern. In der TCM-Tradition wird dies als Zeichen von Blut-Stase interpretiert – stockendes Blut in Muskeln, Sehnen und Gelenken blockiert die Versorgung der Gewebe, und der resultierende Mangel an Durchfluss erzeugt nach dem Grundsatz „Bu Tong Ze Tong" (wo kein Fluss, da Schmerz) die typischen Beschwerden.

Verwandte Rezepturen

Im Rezeptursystem von Ethno Health gibt es mehrere Formeln, die sich gegenseitig ergänzen können:

Element Erde

Bupleurum 9

Während Astragalus 10 das grundlegende Qi stärkt, richtet Ziziphus 9 seinen Fokus auf Konzentration und geistige Klarheit – ebenfalls auf Basis der Milz-Stärkung.

Element Wasser

Astragalus 10

Ergänzt Astragalus 10 auf der Yin-Seite: Während Astragalus das Yang-Qi stärkt, nährt Rehmannia 6 das Yin und unterstützt die tiefere Regeneration.

Element Feuer

Polygoni 7

Für Menschen, bei denen nachlassende Energie auch den Schlaf und die innere Ruhe beeinträchtigt, kann Schisandra 13 eine sinnvolle Ergänzung sein.

Welche TCM-Typ-Rezeptur passt zu mir?

Jeder Mensch ist anders. Unser kostenfreier TCM-Typen-Test hilft dir, deine individuelle Konstitution besser zu verstehen und die passende Rezeptur zu finden.

Häufige Fragen

Häufige Fragen zu Cythula 12

Was bedeutet Shen Tong Zhu Yu Tang?

Shen (身) bedeutet Körper, Tong (痛) Schmerz, Zhu (逐) Vertreiben/Jagen, Yu (瘀) Stase/Stauung, Tang (汤) Abkochung. Der vollständige Name lässt sich als „Abkochung, die Blut-Stase vertreibt und Körperschmerzen beseitigt" übersetzen. Der Name beschreibt präzise das Konzept: Schmerz entsteht durch Stagnation – wird die Stagnation aufgelöst, weicht der Schmerz.

Warum heißt das Produkt Cythula 12, enthält aber 10 Kräuter?

Die Zahl 12 bezieht sich auf die klassische Originalformel Shen Tong Zhu Yu Tang, die 12 Bestandteile umfasst. In der Ethno-Health-Adaption wurden zwei tierische Bestandteile der Originalrezeptur – Wu Ling Zhi (Flughörnchen-Exkrement) und Di Long (Regenwurm) – nicht übernommen. Die pflanzliche Grundstruktur und das Wirkprinzip der Formel bleiben erhalten.

Was unterscheidet Cyathula (Chuan Niu Xi) von gewöhnlichem Niu Xi?

Beide Kräuter heißen „Ochsen-Knie", stammen aber von verschiedenen Pflanzen und haben unterschiedliche Wirkprofile. Achyranthes (Huai Niu Xi) ist fest, gerade und wirkt primär nach unten – es stärkt Leber und Nieren und leitet Blut abwärts. Cyathula (Chuan Niu Xi) hat nach der „Rectification of the Meaning of Materia Medica" leere Zwischenräume in seiner Substanz, „was zeigt, dass seine Kraft sich nach außen und oben ausbreitet" – es öffnet Gefäße und Kollateralen und bewegt Gelenke. Für eine Rezeptur des Bewegungsapparats ist Chuan Niu Xi daher die passendere Wahl.

Wie wird Cythula 12 eingenommen?

Die empfohlene Tagesdosis beträgt 4,5 g Pulver, eingerührt in 150 ml heißes Wasser, in kleinen Schlucken getrunken. Der Katalog beschreibt den Aufguss als „sehr würzig" – bedingt durch die aromatischen Kräuter Chuan Xiong, Qiang Huo und die ätherischen Harze der Myrrhe.

Rechtlicher Hinweis: Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene Ernährung und eine gesunde Lebensweise. Die beschriebenen Wirkprinzipien beziehen sich auf die Traditionelle Chinesische Medizin und stellen keine medizinischen Wirkaussagen im Sinne des europäischen Lebensmittelrechts dar.

Bei Erkrankungen, Schwangerschaft, Stillzeit oder der Einnahme von Medikamenten sollten Sie vor der Anwendung ärztlichen Rat einholen. Die auf dieser Seite dargestellten Inhalte dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine individuelle medizinische Beratung.

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