Liu Wei Di Huang Wan gilt als die berühmteste Nieren-Yin-Rezeptur der gesamten chinesischen Medizin. Seit über 900 Jahren wird diese elegante Komposition aus sechs Pflanzenextrakten überliefert – drei stärkende, drei ableitende, in perfekter Balance.
Es gibt wenige Rezepturen in der chinesischen Medizin, die so universell bekannt und so häufig angewendet werden wie Liu Wei Di Huang Wan – die „Pille der sechs Bestandteile mit Rehmannia". Ihre Geschichte reicht zurück in die Song-Dynastie (960–1279), eine Epoche, die als Blütezeit der chinesischen Medizin, Wissenschaft und Kultur gilt.
Der Schöpfer dieser Formel war der Kinderarzt Qian Yi (钱乙, ca. 1032–1113), einer der bedeutendsten Mediziner seiner Zeit. Qian Yi spezialisierte sich auf die Behandlung von Kindern – ein damals ungewöhnlicher Schwerpunkt, denn die chinesische Medizin unterschied bis dahin kaum zwischen der Behandlung von Erwachsenen und Kindern. In seinem Hauptwerk „Xiao Er Yao Zheng Zhi Jue" (Schlüssel zur Erkennung und Behandlung von Kinderkrankheiten) formulierte er Liu Wei Di Huang Wan als Rezeptur für Kinder mit Entwicklungsverzögerungen und Schwächezeichen.
Das Bemerkenswerte an Qian Yis Schöpfung ist, dass sie keine völlige Neuentwicklung war, sondern eine geniale Vereinfachung: Er nahm die wesentlich ältere Rezeptur Jin Gui Shen Qi Wan (Nieren-Qi-Pille aus der Goldenen Truhe) des berühmten Han-Dynastie-Arztes Zhang Zhong Jing (ca. 150–219 n. Chr.) und entfernte daraus die beiden erwärmenden Bestandteile Fu Zi (Eisenhut) und Gui Zhi (Zimtzweig). Was übrig blieb, waren sechs Pflanzen in einem elegant austarierten Verhältnis – eine Rezeptur, die das Yin nährt, ohne zu erwärmen.
Der Name im Detail
Liu (六) bedeutet „sechs". Wei (味) steht für „Geschmäcker" oder „Bestandteile" – eine Anspielung darauf, dass jedes Kraut seinen eigenen Geschmack und damit seine eigene Wirkrichtung besitzt. Di Huang (地黄) ist der chinesische Name der Rehmanniawurzel, des Hauptbestandteils. Wan (丸) bedeutet „Pille" – die klassische Darreichungsform, bei der das Pulver mit Honig zu Kügelchen geformt wurde.
Giovanni Maciocia, einer der bedeutendsten westlichen TCM-Autoren, hebt in seinem Standardwerk „The Foundations of Chinese Medicine" hervor, dass Liu Wei Di Huang Wan als „die klassische Rezeptur zur Stärkung des Nieren-Yin" gilt. Er veranschaulicht ihre Bedeutung anhand eines aufschlussreichen Vergleichs: Die Yang-stärkende Partnerrezeptur Jin Gui Shen Qi Wan ist nichts anderes als Liu Wei Di Huang Wan mit zwei zusätzlichen warmen Kräutern. Dies zeige, so Maciocia, dass selbst die Stärkung von Yang immer eine Grundlage an Yin-Pflege voraussetzt – ein Prinzip, das in der TCM als „Yin und Yang teilen dieselbe Wurzel" bekannt ist.
Dass eine ursprünglich für Kinder entwickelte Formel zur meistverwendeten Yin-Rezeptur für Erwachsene wurde, spricht für die zeitlose Gültigkeit ihres Konstruktionsprinzips. Im Laufe der Jahrhunderte entstanden aus Liu Wei Di Huang Wan mehr als ein Dutzend Abwandlungen für unterschiedliche Schwerpunkte – von der Variante mit Chrysantheme und Lycium für die Augen bis hin zur Version mit Anemarrhena und Phellodendron bei ausgeprägter Hitze aus Yin-Mangel.
In der Fünf-Elemente-Lehre der TCM ist Rehmannia 6 dem Element Wasser zugeordnet. Das Element Wasser repräsentiert die tiefste, grundlegendste Ebene der Lebensenergie und steht in direktem Zusammenhang mit dem Organfunktionskreis der Nieren. So wie Wasser den Ursprung allen Lebens bildet, gelten die Nieren in der TCM als „Wurzel des vorgeburtlichen Qi" – als Speicher der grundlegenden Lebensessenz (Jing), die von den Eltern mitgegeben wird.
Die Nieren bilden in der TCM das Fundament: Sie speichern die Essenz, steuern die Knochen und das Mark, öffnen sich zu den Ohren und zeigen sich im Kopfhaar. Maciocia beschreibt, dass das Nieren-Yin die materielle Grundlage bereitstellt, aus der das Nieren-Yang seine wärmende, aktivierende Kraft schöpft. Er vergleicht dieses Verhältnis mit einer Öllampe: Das Yin ist das Öl, das Yang die Flamme. Nimmt das Öl ab, wird auch die Flamme schwächer.
Rehmannia 6 adressiert nach traditionellem Verständnis das Muster des „Nieren-Yin-Mangels" – eines der zentralen Ungleichgewichte in der TCM, besonders in der zweiten Lebenshälfte. Die TCM beschreibt typische Anzeichen dieses Musters: Schwindel, Ohrgeräusche, Vergesslichkeit, nächtliches Schwitzen, ein trockenes Gefühl in Mund und Rachen besonders nachts, Rückenschmerzen im Lendenbereich und ein allgemeines Gefühl von Erschöpfung.
In der Sprache der TCM ist bei einem Nieren-Yin-Mangel die materielle Substanz der Nieren erschöpft. Das Yin kann nicht mehr genügend „Mark" produzieren, um das Gehirn zu nähren – daher Schwindel und Vergesslichkeit. Die Flüssigkeiten werden knapp – daher die Trockenheit. Und da das Yin die kühlende, beruhigende Kraft nachts bündeln sollte, kommt es bei seinem Mangel zu nächtlichem Schwitzen: Die Abwehrenergie (Wei Qi), die nachts ins Innere zurückkehren sollte, wird nicht ausreichend festgehalten, und die kostbaren Yin-Essenzen gehen mit dem Schweiß verloren.
Die häufigsten Ursachen für dieses Muster sind nach TCM-Verständnis: jahrelange Überarbeitung (im Sinne von „zu langen Arbeitszeiten bei zu wenig Erholung"), chronische Krankheiten, die über die Leber oder das Herz auf die Nieren übergreifen, sowie der natürliche Verbrauch der Essenz im Laufe des Lebens.
Was Liu Wei Di Huang Wan von vielen anderen Rezepturen unterscheidet, ist ihre einzigartige Architektur. Sie folgt einem klaren Ordnungsprinzip aus drei stärkenden und drei ableitenden Kräutern im Verhältnis 2:1 – ein Prinzip, das in keiner anderen klassischen Formel so konsequent durchgeführt wird.
Jun (Kaiser): Die Rehmanniawurzel (Shu Di Huang) ist der Herrscher der Rezeptur, mit 32 % der Gesamtmenge. Die Materia Medica beschreibt sie als „süß und leicht warm", mit Bezug zu den Leitbahnen von Herz, Niere und Leber. Ihre Kernaufgabe: das Blut nähren, das Yin bereichern, die Essenz erzeugen und das Mark auffüllen. In der Materia Medica heißt es über sie: „Schwarz, schwer und zutiefst still in ihrer Natur, verkörpert sie die Qualitäten tiefer Essenz und gespeicherter Lebenskraft."
Chen (Minister): Kornelkirsche (Shan Zhu Yu) und Yamswurzel (Shan Yao) ergänzen den Kaiser, jeweils mit 16 % der Menge. Die Kornelkirsche ist nach Bensky „sauer und leicht warm" – ihre Säure hat die besondere Fähigkeit, die Essenz zusammenzuhalten und das Yin zu bewahren, damit die Stärkung durch die Rehmanniawurzel nicht wieder verloren geht. Die Yamswurzel wiederum tonisiert nach TCM-Verständnis gleichzeitig Milz, Lunge und Niere – sie stärkt damit den gesamten Qi-Kreislauf, der das Yin ernährt.
Zuo (Berater – die drei Ableitenden): Hier zeigt sich die geniale Konstruktion der Formel. Jedes ableitende Kraut ist einem stärkenden zugeordnet und verhindert dessen mögliche Nebenwirkungen:
Alisma (Ze Xie, 12 %) ist „süß, bland und kalt" und leitet überschüssige Feuchtigkeit aus den Nieren ab – es ist der Gegenspieler der nährend-schweren Rehmanniawurzel und verhindert, dass deren befeuchtende Eigenschaften zu Stagnation führen. Strauchpfingstrose (Mu Dan Pi, 12 %) ist „scharf, bitter und leicht kühl" und kühlt aufsteigendes Leber-Feuer – der Gegenspieler der Kornelkirsche, die zwar die Essenz bewahrt, aber durch ihre Wärme auch Hitze erzeugen kann. Poria (Fu Ling, 12 %) ist „süß, bland und neutral" und leitet Feuchtigkeit aus der Milz – der Gegenspieler der Yamswurzel, die beim Stärken der Milz auch Feuchtigkeit binden könnte.
Dieses 3+3-Prinzip macht Liu Wei Di Huang Wan zu einem Paradebeispiel für das TCM-Ideal, dass Stärkung (Bu) immer von Ableitung (Xie) begleitet werden muss, um ein dauerhaftes Gleichgewicht zu erzielen.
Rehmannia 6 enthält sechs Pflanzenextrakte in definierten Extraktverhältnissen. Die folgende Übersicht zeigt jeden Bestandteil mit seiner Rolle, den traditionellen Eigenschaften nach der Materia Medica und den wichtigsten modernen Inhaltsstoffgruppen.
Rehmannia glutinosa · Shu Di Huang · Extrakt 10:1
1.440 mg pro Tagesdosis (32 % der Gesamtmenge)
Die Rehmanniawurzel wird traditionell mit Reiswein gedämpft, bis sie innen und außen schwarz und feucht ist – ein aufwendiger Prozess, der ihren Geschmack von bitter zu süß wandelt und ihre Wirkrichtung von kühlend zu leicht wärmend verändert. Die Materia Medica ordnet ihr die Leitbahnen Herz, Niere und Leber zu und beschreibt sie als das wichtigste Kraut zur Stärkung von Leber und Nieren, zur Nährung der Essenz und zur Stabilisierung der „Urwurzel". Enthält u. a. Iridoidglykoside (Catalpol, Rehmanniosid A–D), Stachyose und weitere Zucker sowie 20 verschiedene Aminosäuren.
Cornus officinalis · Shan Zhu Yu · Extrakt 4:1
720 mg pro Tagesdosis (16 % der Gesamtmenge)
Die sauren Früchte der Kornelkirsche haben in der TCM eine doppelte Aufgabe: Sie stärken Leber und Nieren, und sie bewahren – durch ihren zusammenziehenden, sauren Geschmack – die Essenz, die Flüssigkeiten und das Qi vor dem Verlust. In der Kombination mit Shu Di Huang entsteht ein klassisches Paar: Die Rehmanniawurzel nährt reichhaltig das Yin und die Essenz, während die Kornelkirsche dafür sorgt, dass diese Nährung im Körper gehalten wird. Die Materia Medica notiert: „Stärkung ist wenig nützlich, wenn sie nicht an ihrem Platz bewahrt wird." Enthält u. a. Iridoidglykoside (Loganin, Morroniside), Saponine und organische Säuren.
Dioscorea batatas · Shan Yao · Extrakt 12:1
720 mg pro Tagesdosis (davon 144 mg Diosgenin) (16 % der Gesamtmenge)
Die Yamswurzel ist in der TCM ein seltener Allrounder: „Süß und neutral" in ihren Eigenschaften, stärkt sie gleichzeitig die drei Organfunktionskreise Milz, Lunge und Niere. Die Materia Medica hebt hervor, dass sie „weder heiß noch kalt" ist und damit sowohl Yin als auch Yang von Lungen und Nieren zugute kommt. In Liu Wei Di Huang Wan übernimmt sie die Aufgabe, über die Milz-Stärkung sicherzustellen, dass der Körper genügend Nährstoffe aus der Nahrung aufnimmt, um das Yin aufzubauen. Das Ethno Health Extrakt enthält 20 % Diosgenin, ein Steroidsaponin, das in der modernen Phytochemie als einer der Hauptwirkstoffe der Yamswurzel gilt.
Poria cocos · Fu Ling · Extrakt 10:1
540 mg pro Tagesdosis (12 % der Gesamtmenge)
Poria ist ein Pilz, der unter der Erde an den Wurzeln von Kiefern wächst. In der TCM wird er als „süß, bland und neutral" beschrieben – eine sanfte, harmonische Natur, die ihn besonders vielseitig macht. In Liu Wei Di Huang Wan hat er die Aufgabe, überschüssige Feuchtigkeit aus der Milz abzuleiten – als Gegenspieler der Yamswurzel. Die Materia Medica betont seine besondere Eigenschaft, „Feuchtigkeit auszuleiten, ohne dabei das Qi zu verletzen". Enthält u. a. Triterpene (Pachymarsäure) und Polysaccharide, die in verschiedenen Studien auf immunmodulierende Eigenschaften untersucht wurden.
Paeonia suffruticosa · Mu Dan Pi · Extrakt 10:1
540 mg pro Tagesdosis (12 % der Gesamtmenge)
Die Wurzelrinde der Strauchpäonie ist das einzige kühlende Kraut in der Rezeptur. „Scharf, bitter und leicht kalt" laut Materia Medica, hat sie die besondere Fähigkeit, „verborgenes Feuer aus dem Blut zu klären" – gemeint ist jene unterschwellige Hitze, die bei Yin-Mangel typischerweise aufsteigt. Als Gegenspieler der Kornelkirsche verhindert sie, dass deren wärmende Essenz-Bewahrung überschießt. Die Materia Medica beschreibt sie als Kraut, „das Hitze sowohl aus Fülle als auch aus Mangel kühlt" – und damit auch den sanft belebenden Blutfluss unterstützt. Enthält u. a. Paeonol, Paeoniflorin, Gallotannine und Benzoesäurederivate.
Alisma orientale · Ze Xie · Extrakt 10:1
540 mg pro Tagesdosis (12 % der Gesamtmenge)
Der Froschlöffel-Erdspross ist eine Wasserpflanze, deren Rhizom in der TCM als „süß, bland und kalt" beschrieben wird. Seine Leitbahnen sind Niere und Blase – er setzt also genau dort an, wo die Hauptwirkung der Formel stattfindet. Seine Aufgabe: überschüssiges „ministerielles Feuer" der Nieren abzuleiten, das bei Yin-Mangel aufflammen kann. Die Materia Medica erklärt: „Kälte vertreibt Feuer und überwindet Hitze, Blandheit leitet pathogenes Wasser aus." Als direkter Gegenspieler der schweren, nährenden Rehmanniawurzel sorgt der Froschlöffel dafür, dass die Formel nicht zu befeuchtend und stagnierend wirkt. Enthält u. a. Triterpenoide (Alisol A und B) und Sesquiterpene.
Für die Einzelbestandteile von Rehmannia 6 liegen verschiedene wissenschaftliche Untersuchungen vor. Diese Studien bilden eine interessante Brücke zwischen traditionellem Wissen und moderner Forschung, auch wenn sie nicht direkt auf die Gesamtrezeptur übertragbar sind.
Die Rehmanniawurzel enthält als Hauptinhaltsstoffe Iridoidglykoside wie Catalpol und Rehmanniosid, die in verschiedenen Untersuchungen auf ihre biologischen Eigenschaften analysiert wurden. Gong et al. (2019) untersuchten Extrakte der Pflanze in einem Tiermodell und beobachteten Hinweise auf eine mögliche Unterstützung des Knochenstoffwechsels über den IGF-1/PI3K/mTOR-Signalweg. Die Materia Medica verzeichnet unter dem Abschnitt „Pharmacological Research" weitere Hinweise auf die Zusammensetzung: neben den Iridoiden auch Stachyose, Raffinose und eine Reihe organischer Säuren.
Huang et al. (2017) publizierten einen umfassenden ethnopharmakologischen Überblick über die Kornelkirsche, der sowohl die traditionelle Anwendungsgeschichte als auch die moderne Inhaltsstoffforschung zusammenfasst. Die Frucht enthält Iridoidglykoside wie Loganin und Morroniside, die als pharmakologisch relevante Verbindungen identifiziert wurden.
Li et al. (2018) untersuchten die Polysaccharide des Kokospilzes und beschrieben deren molekulare Struktur im Kontext der traditionellen Anwendung in China. Die Triterpene der Poria (insbesondere Pachymarsäure) wurden in verschiedenen In-vitro-Untersuchungen auf ihre biologischen Eigenschaften hin analysiert.
Für Paeonia suffruticosa publizierten Ma et al. (2020) einen Überblick über Paeoniflorin als Inhaltsstoff mit mehreren molekularen Ansatzpunkten. Choi et al. (2019) untersuchten Alisma orientale im Zusammenhang mit metabolischen Fragestellungen. Für die Yamswurzel (Dioscorea) ist besonders das Steroidsaponin Diosgenin Gegenstand aktueller Forschung – der Ethno Health Extrakt ist auf 20 % Diosgenin standardisiert.
Wichtiger Hinweis zur Einordnung: Die genannten Studien beziehen sich auf Einzelbestandteile oder isolierte Inhaltsstoffe. Ergebnisse aus In-vitro-Untersuchungen (im Reagenzglas) oder Tiermodellen lassen sich nicht direkt auf die Wirkung der Gesamtrezeptur beim Menschen übertragen. TCM-Rezepturen beruhen auf dem Zusammenspiel aller Bestandteile, das durch Einzelstoffstudien nicht vollständig abgebildet wird.
Gong W et al. (2019): Rehmannia glutinosa Libosch Extracts Prevent Bone Loss and Architectural Deterioration. PubMed: 31443143
Huang J et al. (2017): Ethnopharmacology, phytochemistry, and pharmacology of Cornus officinalis. PubMed: 29155174
Li X et al. (2018): Molecular basis for Poria cocos mushroom polysaccharide used as an antitumour drug in China. PubMed: 30444050
Ma X et al. (2020): Paeoniflorin, a Natural Product With Multiple Targets in Liver Diseases. PubMed: 32410996
Choi E et al. (2019): Pharmacological Activities of Alisma orientale against Nonalcoholic Fatty Liver Disease. PubMed: 31275407
Die Ethno Health Variante von Rehmannia 6 folgt der klassischen Zusammensetzung der Liu Wei Di Huang Wan. Das Verhältnis der sechs Bestandteile spiegelt die traditionelle Architektur wider: 32 % Rehmanniawurzel als Kaiser, je 16 % Kornelkirsche und Yamswurzel als Minister, und je 12 % Poria, Strauchpäonie und Froschlöffel als die drei ableitenden Berater. Die Tagesdosis beträgt 4,5 g Pulver, eingerührt in 150 ml heißes Wasser – angelehnt an die traditionelle Zubereitung als Teeaufguss.
Zertifizierte Lieferanten: Alle Pflanzenextrakte werden von geprüften, zertifizierten Lieferanten bezogen und entsprechen europäischen Qualitätsstandards.
Definierte Extraktverhältnisse: Für jeden Bestandteil ist das Extraktverhältnis angegeben (z. B. 10:1 für Rehmannia, 4:1 für Kornelkirsche, 12:1 für Yamswurzel). Das bedeutet: Aus 10, 4 bzw. 12 Teilen Rohmaterial wird 1 Teil konzentrierter Extrakt gewonnen.
Standardisierter Diosgenin-Gehalt: Der Yamswurzelextrakt enthält 20 % Diosgenin – ein Steroidsaponin, das als einer der wichtigsten bioaktiven Inhaltsstoffe gilt.
Vegan, laktose- und glutenfrei: Die Rezeptur enthält ausschließlich pflanzliche Bestandteile und ist frei von den häufigsten Allergenen.
Traditionelle Herstellungsverfahren: Die Rehmanniawurzel wird nach klassischem Verfahren mit Reiswein gedämpft und getrocknet (Shu Di Huang), bevor sie extrahiert wird – eine Aufbereitung, die seit Jahrhunderten dokumentiert ist.
Die Einnahme erfolgt als täglicher Aufguss: 4,5 g Pulver in 150 ml heißes (nicht kochendes) Wasser einrühren und in kleinen Schlucken trinken. Die Zubereitung als warmes Getränk folgt der Tradition des Teeaufgusses und unterstützt nach TCM-Verständnis die Wärme der Mitte.
Der Ethno Health Katalog empfiehlt die Kombination von Rehmannia 6 mit dem Eiweiß-Vitalkomplex sowie mit Frauenkraft. Aus TCM-Perspektive ergänzen sich Yin-stärkende Rezepturen gut mit proteinreicher Ernährung, da Eiweiß in der TCM als substanzbildend gilt und die Yin-Nährung unterstützen kann.
In der TCM-Tradition richtet sich Liu Wei Di Huang Wan an Menschen, die Anzeichen eines Nieren-Yin-Mangels bei sich bemerken. Typisch sind Beschreibungen wie: ein Gefühl innerer Trockenheit, das sich besonders abends und nachts bemerkbar macht; ein Rückgang der Vitalität, der sich weniger durch akute Müdigkeit als durch ein schleichendes „Austrocknen" der Lebenskraft zeigt; eine zunehmende Empfindlichkeit gegenüber Hitze bei gleichzeitig kalten Füßen; und das Gefühl, dass die körperlichen Reserven allmählich schwinden.
Traditionell wird diese Rezeptur besonders für Menschen in der zweiten Lebenshälfte empfohlen, wenn der natürliche Verbrauch der Essenz beginnt, sich bemerkbar zu machen. Sie gilt als sanft und ausgleichend – die drei ableitenden Kräuter verhindern, dass die Stärkung zu schwer oder zu befeuchtend wirkt.
Nicht geeignet ist die Rezeptur nach TCM-Verständnis bei akuten Erkältungen, bei ausgeprägter Verdauungsschwäche mit Durchfall oder bei Zuständen mit starker Verschleimung – die nährende Natur der Rehmanniawurzel könnte diese Symptome verschärfen.
Im Rezeptursystem von Ethno Health gibt es mehrere Formeln, die sich gegenseitig ergänzen können:
Element Feuer
Wenn neben dem Yin-Mangel auch Unruhe, Schlafstörungen und Herzklopfen im Vordergrund stehen, kann Schisandra 13 eine sinnvolle Ergänzung sein – sie adressiert die Herz-Nieren-Achse.
Element Erde
Ergänzt Rehmannia 6 auf der Yang-Seite: Während Rehmannia das Yin nährt, stärkt Astragalus 10 das Qi der Mitte – die Quelle, aus der auch das Yin erneuert wird.
Element Wasser
Ebenfalls dem Element Wasser zugeordnet, mit Schwerpunkt auf Leber-Blut und Nieren-Essenz. Traditionell empfohlen bei Anzeichen vorzeitiger Alterung und nachlassender Vitalität.
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Was bedeutet „Liu Wei Di Huang Wan"?
Liu (六) bedeutet „sechs", Wei (味) steht für „Geschmäcker" oder „Bestandteile", Di Huang (地黄) ist der chinesische Name der Rehmanniawurzel, und Wan (丸) bedeutet „Pille". Der vollständige Name beschreibt eine Rezeptur aus sechs Bestandteilen, angeführt von der Rehmanniawurzel. Die Bezeichnung „Geschmäcker" verweist darauf, dass jedes Kraut einen eigenen Geschmack – und damit eine eigene Wirkrichtung – besitzt: süß, sauer, neutral, scharf, bitter und bland.
Wie wird Rehmannia 6 eingenommen?
Die empfohlene Tagesdosis beträgt 4,5 g Pulver, eingerührt in 150 ml heißes Wasser. Der Aufguss wird in kleinen Schlucken getrunken. Diese Zubereitungsform lehnt sich an die traditionelle Teeaufguss-Methode an. In der klassischen Form wurde das Pulver allerdings mit Honig zu Pillen geformt – daher auch das „Wan" (Pille) im Namen.
Wie alt ist diese Rezeptur?
Die Originalrezeptur wurde im 11. Jahrhundert vom Song-Dynastie-Arzt Qian Yi formuliert – sie ist damit über 900 Jahre alt. Qian Yi leitete sie aus der noch älteren Rezeptur Jin Gui Shen Qi Wan ab, die auf Zhang Zhong Jing (ca. 150–219 n. Chr.) zurückgeht. Er entfernte die beiden erwärmenden Bestandteile und schuf damit eine reine Yin-stärkende Formel, die im Laufe der Jahrhunderte zur meistverwendeten Nieren-Rezeptur der TCM wurde.
Warum enthält eine stärkende Rezeptur auch ableitende Kräuter?
Die drei ableitenden Kräuter (Poria, Strauchpäonie, Froschlöffel) verhindern, dass die drei stärkenden Kräuter (Rehmannia, Kornelkirsche, Yamswurzel) den Körper überlasten. In der TCM gilt: Nährende Substanzen können bei empfindlichen Verdauungssystemen zu Stagnation, Feuchtigkeit oder aufsteigender Hitze führen. Die 3+3-Struktur stellt sicher, dass jeder stärkende Effekt durch einen ableitenden Gegenspieler im Gleichgewicht gehalten wird – ein Paradebeispiel für die TCM-Philosophie, dass Stärkung ohne Regulierung langfristig nicht nachhaltig ist.
Rechtlicher Hinweis: Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene Ernährung und eine gesunde Lebensweise. Die beschriebenen Wirkprinzipien beziehen sich auf die Traditionelle Chinesische Medizin und stellen keine medizinischen Wirkaussagen im Sinne des europäischen Lebensmittelrechts dar.
Bei Erkrankungen, Schwangerschaft, Stillzeit oder der Einnahme von Medikamenten sollten Sie vor der Anwendung ärztlichen Rat einholen. Die auf dieser Seite dargestellten Inhalte dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine individuelle medizinische Beratung.
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